Tierheilpraxis Dr. Ritter
Behandlungsziele
Diagnosemöglichkeiten
Phytina Consulting
Thema: Headshaking und Viren
Borna Virus
Immunsystem stärken
Seminare und Vorträge
Links
Impressum


IFLB Institut für Laboratoriumsmedizin Berlin
z.Hd. Dr. G. Czech-Schmidt
Windscheidestr. 18
10627 Berlin

Tel. Nr.: 030 32 7903 797 (Mittwoch bis Freitag ab ca. 11.00 Uhr)


Wenn mein Pferd also Träger dieser neurothropen Viren ist und eine dazu passende Symptomatik zeigt, wie kann ich meinem Pferd  helfen?

 Frau Dr. Bode vom Robert-Koch-Institut empfiehlt die Behandlung des Borna-Virus mit Amantadinsulfat®™. Vielen Pferden konnte durch dieses Medikament schon erfolgreich geholfen werden. Bei extremer Schreckhaftigkeit und Ängstlichkeit hat sich die Kombination mit „Mood stabilizern“ als sinnvoll herausgestellt. Hierbei wird mit Hilfe von Carbamazepin®™ und Nortrilen™® einfach ein wenig der Stress aus der ganzen Sache genommen. Die Pferde werden ruhiger, entspannter. Borna ist ein durch Stress induziertes Virus. Es ist wie ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt. Weniger Stress bedeutet weniger Aufregung und das bedeutet weniger Stimulation der Nervenzellen und das führt zu einer Reduktion der viralen Vermehrung. Endlich tritt Ruhe ein…das Pferd bekommt die Chance zur Erholung.

Einschlägiges Mittel zur Bekämpfung von Herpes ist Acyclovir®™. Es gibt kaum Anwendung und Erfahrung im Bereich der Tiermedizin. Einzelfälle sind erfolgreich behandelt worden. 
Der Tierhalter kann aber noch einiges mehr tun, als nur Medikamente zu verabreichen. Es liegt in eben seiner Verantwortung ein Umfeld zu schaffen, in dem die notwendige Therapie auch anschlagen kann. Viele Besitzer vergessen das. Immerhin hat man ja das Pferd um zu reiten und Spaß zu haben und nicht, damit es dumm in der Gegend rum steht. Auch soll das Pferd nicht 24 Stunden in der Box stehen, es braucht ja Bewegung…..

Man muss sich mal in die Lage des Pferdes versetzen. Haben Sie das schon mal probiert? Wir stellen uns das mal vor: der Kopfbereich fühlt sich fremdartig an. Irgendwie komisch. Zunehmende Durchblutung verstärkt das Ganze unter Umständen noch. Kribbeln in den Lippen oder den Schleimhäuten. Dazu kommt vielleicht noch  ein „wunder“ Rücken. Berührung und Belastung, also Sattel und Reiter, tun weh. Viele Pferde haben oftmals unerkannt Störungen mit dem Gleichgewicht. Sie laufen an der Longe mit dem Kopf in Außenstellung, um in der Balance bleiben zu können. Das bedeutet, dass weder ein Reitergewicht in dieser Situation viel Nutzen bringen kann, noch die Arbeit an der Longe, wenn das Pferd auf einem engen Zirkel im Kreis laufen muss, Gewinn bringend ist. Wir tun unseren Pferden also nichts gutes, wenn wir ihr Kranksein ignorieren und sie fordern. Ein kranker Organismus braucht Ruhe und Erholung, um sein inneres Gleichgewicht wieder finden zu können. Ich weiß, dass das für den Reiter hart ist. Niemand lässt sein Pferd vorneweg für einige Monate einfach nur gern stehen. Und das, noch dazu wo er nichts davon hat und zusätzlich teuer medikamentös behandeln soll. So sieht die Wirklichkeit aber aus. Die Rechnung ist einfach: Ruhe und Erholung fördern die Genesung. Dabei ist auch der kleine Geländeritt, der ja so wahnsinnig stressfrei sein soll, einfach nicht zu empfehlen. Für die Pferde ist das Arbeit. Die Erfahrung zeigt es: Headshaker, die weiterhin geritten werden, werden in der Symptomatik nicht besser, sondern schlechter. So ist das Ganze am Anfang vielleicht noch auf die Sommermonate beschränkt, irgendwann „shakt“ das Pferd unabhängig vom Wetter das ganze Jahr. Ja, und da kann man sich dann gar keinen Reim drauf machen. …

Also, mein Aufruf: Zum Wohle Ihres Pferdes akzeptieren sie das Kranksein. Probieren sie nicht alle 2 Tage aus, ob das HS jetzt plötzlich wieder weg ist. Das ist reines Wunschdenken und entspricht leider nicht der Realität. Ihr Verhalten schadet dem Pferd nur. Schauen Sie sich vielmehr um und versuchen sie raus zu finden, was zum Unwohlsein beiträgt. Lassen sie sich von Menschen mit Trigeminusneuralgie (Gesichts-Nervenschmerz) berichten, wie sie unter dem Einfluss von Hochspannungsmasten und Handymasten leiden. Bei einer dauernden Reizung der Nerven kann also keine Therapie der Welt etwas bringen..das heißt also: kann ich die Haltung meines Pferdes für die Dauer der Genesung optimieren ? Artgerechte Haltung weckt die Lebensgeister. Ist es möglich eine schöne Koppel anzupachten? Oder gibt es in der Nähe vielleicht auch eine Chance der Haltung mit anderen Pferden? Grasen ist unheimlich entspannend. Pferde tun das übrigens am liebsten bis zu 16 Stunden am Tag. 

 

 



 



 

 

 

Top